5. – 8. Februar
Stand: H2/D02
Die galerie burster zeigt junge Positionen zeitgenössischer Kunst, die mit Farbe, Form, Materialität und urbanen Erfahrungen spielen. Die Werke bewegen sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, Präsenz und Abwesenheit, Ruhe und urbaner Bewegung und eröffnen ein vielfältiges Spektrum an visuellen und emotionalen Eindrücken.
Enrico Bach (*1980 in Leipzig) reflektiert in seiner Malerei grundlegende Fragen der Bildarchitektur. Seine Kompositionen verbinden Tiefenräumlichkeit mit farbiger Flächenmalerei und setzen Zweidimensionalität in Beziehung zu konstruierten Bildräumen. Geschichtete Farb- und Musterflächen erzeugen dabei die Illusion unterschiedlicher Raumtiefen. Anstelle eines zentrierten Motivs rücken Bildränder und Hintergrund in den Fokus und werden zu eigenständigen räumlichen Ebenen, häufig überlagert von großformatigen, monochromen, jedoch nicht homogenen Farbflächen. Bach absolvierte 2011 sein Meisterstudium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Prof. Gustav Kluge. Er lebt und arbeitet in Karlsruhe.
Hirofumi Fujiwaras (*1984 in Hiroshima) Figuren, die ihren Ursprung in Tonmodellen haben, stehen oder sitzen ruhig im Raum und scheinen ganz in sich selbst zu ruhen. Ihr kontemplativer Blick richtet sich ins Unbestimmte und verleiht den Arbeiten eine stille Präsenz. Jugendlich und zugleich zeitlos, androgyn und frei von stereotypen Zuschreibungen, entziehen sich die Figuren eindeutigen Einordnungen. Sie wirken von der Welt gelöst und sind doch vollständig im gegenwärtigen Moment verankert – als fragile, nach innen gerichtete Gegenüber des Betrachtenden. Er lebt und arbeitet in Hamburg.
Nina Laaf (*1977 in Hilden) beschäftigt sich mit Strategien der Irritation, Entfremdung und Kontextverschiebung und untersucht die Materialität ihrer Arbeiten sowie deren Grenzen. In ihren jüngsten Werken spielt sie mit dem Spannungsverhältnis von Präsenz und Abwesenheit und stellt die Frage, was in Farbe und Form das Wirkliche, das Wesentliche, das Ursprüngliche ausmacht. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Karlsruhe.
Evelina Reiters (*1998 in St. Petersburg) malerischer Stil verbindet präzise urbane Beobachtungen mit einer offenen, kraftvollen Bildsprache. Mit sicherem Gespür für Linie, Farbe und Dynamik hält sie flüchtige Bewegungen und alltägliche Großstadtmomente fest, die zwischen Stabilität und Unsicherheit pendeln. Die Figuren bewegen sich selbstbewusst im Spannungsfeld von Risiko, Zufall und Aufbruch, während Textfragmente zusätzliche emotionale Ebenen eröffnen. Indem sie die männlich geprägten Stadtbilder früherer Kunstströmungen hinter sich lässt, entwickelt die Künstlerin ein zeitgenössisches Gegenstück: ein feministisches Kaleidoskop urbaner Erfahrungen und roher Emotionen. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
Erstmals präsentiert die galerie burster Arbeiten des Künstlers Changxiao Wang (*1992 in Hebei). Er ist Meisterschüler 2025/26 bei Prof. Franz Ackermann an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und wurde 2026 in das Programm der Galerie aufgenommen. Die Präsentation setzt die kuratorische Ausrichtung fort, junge künstlerische Positionen frühzeitig zu zeigen und langfristig zu begleiten. Wang untersucht in seiner Malerei die Wechselwirkungen von Farbwahrnehmung, Erinnerung und emotionaler Wirkung. Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind alltägliche Smartphone-Aufnahmen, die er zu tonalen Strukturen verdichtet und in freie Farbkompositionen überführt. Seine Bilder bewegen sich zwischen Figuration und Abstraktion. Durch präzise gesetzte Farbkontraste und fließende Übergänge entstehen intensive Bildräume, die Wahrnehmungsgewohnheiten hinterfragen und nachhaltig im Gedächtnis wirken.
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