PHILIPPZOLLINGER

RENÉE LEVI

Renée Levi wurde 1960 in Istanbul geboren und wuchs im Kanton Aargau auf. Ihre Ausbildung begann sie mit einem Architekturstudium an der HTL Muttenz/Baselland, bevor sie an die Schule für Gestaltung Zürich wechselte. Diese doppelte Prägung der Architektur und bildenden Kunst ist für ihr Werk bis heute zentral. Seit den frühen 1990er Jahren lebt und arbeitet Levi in Basel, einer Stadt, deren Kunstgeschichte und institutionelle Landschaft ihr Schaffen beeinflusst haben. Neben der Malerei realisiert sie raumbezogene Arbeiten und Installationen.

In der Kunsthalle Basel präsentierte Renée Levi im Jahr 1999 eine wegweisende Einzelausstellung, die ihre charakteristische Verbindung von Malerei und Architektur manifestierte. Diese Ausstellung markierte Levis internationalen Durchbruch und etablierte ihr Konzept der „erweiterten Malerei“, bei der das Bild zum installativen Objekt wird.

Zentral für diese Schau waren grossformatige Setzungen auf Gipsbauplatten, einem Material, das Levi aufgrund seiner industriellen Beschaffenheit und seiner Funktion als raumbildende Elemente wählte, die die starre Geometrie des Ausstellungsorts herausfordern. Levi bespielte die Gipsplatten direkt mit der Sprühdose. Die Linienführung reflektiert dabei die körperliche Bewegung der Künstlerin im Raum. Die fluoreszierenden, kräftigen Farbschichten interagieren mit der matten, grauen Oberfläche des Gipses. Dadurch entsteht eine Spannung zwischen der Flüchtigkeit des Farbauftrags und der Schwere des Baumaterials.